Archive for the ‘Frankreich mit meinem Fahrrad’ Category

Harald und die gute Seele II

Posted: 30th September 2008 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Harald, Loyalität, Olga

In wochenlanger Arbeit brachte ich Harald wieder auf die Bahn, spannte Nippel, zog hier zart Schrauben an und schlug dort robust mit dem Hammer drauf. Man kann sich das vorstellen wie den angejahrten Filmboxer Rocky, bei dem sich nach einem Schicksalsschlag eine tiefe Entschlossenheitsfurche in die Stirn frisst, dann setzt heroische Musik ein [...]

Harald und die gute Seele I

Posted: 22nd September 2008 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Loyalität

Darf ich vorstellen: Harald. Harald, für Freunde Harry, ist ein Herrenrad, ein klassisches Hercules Estrella Herrenrad aus den Achtzigerjahren. Es handelt sich um ein Stück stolzer, unkaputtbarer deutscher Wertarbeit. Das wichtigste Werkzeug ist ein Hammer. Harald und ich haben einige Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam durchgemacht und vieles hat uns zusammengeschweißt. Aber langsam.

Irgendwo habe ich einmal aufgeschnappt, dass es im Gälischen, also der alten, dem keltischen verwandten Sprache der Iren, 64 verschiedene Wörter für Wasser, das vom Himmel fällt, gibt. Vierundsechzig! Soviele unterschiedliche Vordrucke haben die Deutschen nicht einmal für ihre Steuererklärung! Einen ähnlichen Wortschatz könnte ich mittlerweile für Bewegungen meiner Umgebungsluft gebrauchen. Es stürmte, wehte, windete [...]

Rumgammeln in Tain-L’Hermitage

Posted: 4th September 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad

Die Nacht war mal wieder die Hölle. Nicht, dass es geregnet hätte – oder nur in überschaubarem Ausmaß, denn mein Zelt zeigte keine Anzeichen durchgedrungener Feuchtigkeit. Im Wetterbericht zur heutigen Nacht hieß es bestimmt: in Böen stürmisch auffrischender Wind, jedoch möchte ich dieser Aussage die Fußnote hinzufügen, dass es verdammt viele und bemerkenswert frische Böen [...]

Lotterleben in Vienne

Posted: 3rd September 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Olga

Ich muss ja zugeben, dass ich mich nicht allzu unwohl fühlte, quer liegend auf meiner dekadenten Doppelbetthotelzimmermatratze. Schon was anderes als ein 0,8-Mann-Zelt, auch wenn die Dusche im angeschlossenen Badezimmer in die Kategorie ‘gut gemeint’ fiel und sich nicht unbedingt durch hohen Wasserdruck in den Vordergrund spielte. Um sich die paar Tropfen mal schönzureden.
Begeistert nutzte [...]

Rest in Peace, Herrenrad

Posted: 2nd September 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Olga

Französische Zweitakt-Jugendkrafträdchen, zu fahren ohne Kennzeichen und Sinn für verkehrsflussförderlichen Anstand, vermählen auf einzigartige Weise eine immense Geräusch- und Geruchsentwicklung mit bestechender Leistungsarmut. Ich kann mich an einige Kandidaten erinnern, die mich und mein Herrenrad innig vereint mit ihrem brüllenden Gefährt (um den höchstgeschwindigkeitslimitierenden Effekt des auftretenden Fahrtwindes zu reduzieren) mit nur einer Handbreit Abstand [...]

Station in Bourg-en-Bresse

Posted: 1st September 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Olga

An die Öffnungszeiten in diesem Land muss ich mich erst noch gewöhnen. Es ist Samstagabend, 21 Uhr und man findet keine Bar oder dergleichen, die noch offen hätte. Wirklich schade, denn heute war ich in guter Stimmung, mich zu betrinken. Halt, eine einzige Kneipe habe ich gefunden, aber die hatten dermaßen indiskutable Preise, dass ich [...]

Handy weg

Posted: 1st September 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad

Gestern Abend hab ich es im Halbschlaf aus dem Rucksack gezogen und ausgemacht, weil es sich über einen leeren Akku zu beschweren begann.
Heute früh habe ich dann meine Einkäufe gemacht und das Teil natürlich im Zelt liegen lassen – ich war es gewohnt, dass es sich in meinem Rucksack befand.
Als ich zurückkam, war es weg.
Bullshit. [...]

In französischen Innenstädten findet man keine amerikanischen Fast-Foot-Restaurants. Diese wurden, ähnlich wie die gigantischen Supermärkte (wie z.B. Géant, Intermarche oder Cora) auf die grüne Wiese vor den Toren der Stadt gedrängt. Man kann davon halten, was man will, aber es ist eine fast unlösbare Aufgabe, hier nachts ohne Auto einen anständigen Burger zu bekommen.
Mein Abendessen [...]

Die Etappe von Vesoul nach Dole

Posted: 30th August 2007 by twelve02 in Frankreich mit meinem Fahrrad, Olga

Warum wurden eigentlich die Franzosentoiletten erfunden? Oder anders gefragt: warum ist noch keinem Franzosen aufgefallen, wie ungeeignet seine Kackgelegenheit ist? Dieses unwürdige Erdloch ist sowas von zivilisationsfrei, dass es einen schüttelt und auch dessen unverdächtige Zeitgenossen vor Missionierungseifer Schaum vor dem Mund haben. Die Örtlichkeiten sind grundsätzlich in hygienisch so bedenklicher Verfassung, dass man da [...]